menuclose

News

News
EZB senkt Zinsen und startet QE-Programm neu

EZB senkt Zinsen und startet QE-Programm neu

17 September 2019

Die Europäische Zentralbank hat beschlossen, die Zinsen weiter zu senken und ihr QE-Programm zum Kauf von Anleihen erneut zu starten. Dies ist einer der letzten vom EZB-Präsidenten Mario Draghi gebilligten Entscheide, dessen Amtszeit bald zu Ende geht. Die Entscheidungen kamen als ziemlicher Schock auf den Markt.

Die letzten Entscheidungen

Der Rat der EZB kündigte eine seiner letzten Entscheidungen unter der Amtszeit von Mario Draghi an. Eigentlich ist es die vorletzte, bevor er nächsten Monat zurücktritt. Und dies erwies sich als sein Gewinn, da er Entscheidungen vorbrachte, gegen die sowohl die Niederlande als auch Deutschland waren, und einige von ihnen waren für den Markt ziemlich schockierend. Zunächst beschloss der Rat, die Zinssätze weiter zu senken - von minus 0,4% auf minus 0,5%. Banken haben Anspruch auf Befreiung von negativen Zinssätzen, da die Kreditgeber über den Einfluss der Kürzung auf ihre Rentabilität unzufrieden sind. Zusätzlich wird die Bank ihr Programm zum Ankauf von Schuldtiteln neu starten. Ab November werden monatlich Schulden im Wert von 20 Milliarden Euro gekauft. Die Leitlinie für die Zinssätze wird so lange geändert, bis die Inflation auf dem richtigen Weg ist, um ihr Ziel von unter 2% zu erreichen. Außerdem wurde eine Prämie von 10 Basispunkten gestrichen, die sich auf das langfristige Darlehensprogramm bezog. Die Banken gaben zuvor an, dass ihre Kosten bis mindestens Mitte 2020 unverändert bleiben werden.

Eine schockierende Wendung

Die Entscheidung der EZB, das Konjunkturprogramm zum Kauf von Euro Anleihen wieder aufzunehmen, war ein Schock für den Markt. Dies ist eine bemerkenswerte Wendung, da die EZB vor neun Monaten Anzeichen dafür gab, dass sie die QE endgültig beiseite legen soll. Da die Inflation jedoch nur die Hälfte ihres Ziels erreicht und Bedenken hinsichtlich einer Abschwächung des verarbeitenden Gewerbes bestehen, die sich auf den gesamten Markt auswirken könnten, haben die politischen Entscheidungsträger offenbar beschlossen, tätig zu werden. Nach der Ankündigung stiegen die Kurse der europäischen Staatsanleihen. Insbesondere italienische Wertpapiere legten zu, und die Renditen für 10-jährige Papiere erreichten ein Rekordtief. Darüber hinaus wurde der Eurokurs gegenüber den wichtigsten anderen Währungen schwächer, während der Stoxx Europe 600 Index seinen höchsten Stand seit Juli erreichte.

Wird es genug sein?

Der Markt mag jetzt optimistisch sein, aber es bestehen Zweifel, dass sich diese Politik langfristig als wirksam erweisen wird. Die konjunkturelle Abkühlung ist in vollem Gange und die langfristigen Anleiherenditen sind bereits drastisch gesunken. Die neue Runde des Anleihekaufs könnte nicht ausreichen, um den Abwärtstrend zu ändern. Es gibt auch Studien, die behaupten, dass negative Zinssätze die Kreditvergabe nicht verringern. Kreditgeber sind gezwungen, die Kosten negativer Zinssätze zu tragen, da diese nicht einfach an die Kunden weitergegeben werden können.

Wird die FED nachziehen?

Was ist mit dem Plan der US-Notenbank? Als die Ankündigung der EZB veröffentlicht wurde, twitterte der US-Präsident Donald Trump, dass die Bank der Eurozone "schnell handelt", während die FED "sitzt und sitzt und sitzt". Zuvor erklärte Trump, dass die FED der lockeren Politik der EZB folgen und die Zinsen weiter senken sollte. Trumps Wunsch könnte bald erfüllt werden, da die FED die Zinsen wahrscheinlich bald zum zweiten Mal in diesem Jahr senken wird. Zentralbanken auf der ganzen Welt wenden sich einer sanfteren Politik zu, um der wirtschaftlichen Abkühlung entgegenzuwirken.

ExchangeMarket.ch
ExchangeMarket.ch