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Appetit auf CHF und Safe-Haven-Währungen

Appetit auf CHF und Safe-Haven-Währungen

17 August 2021

Der CHF-Wechselkurs blieb am Dienstag stabil, da die Anleger nun Appetit auf sichere Anlagen statt auf risikoreichere Anlagen haben.

Stimmung für Risiko


    Sowohl der Schweizer Franken als auch der japanische Yen, zwei der beliebtesten Safe-Haven-Anlagen, weisen am Dienstag gute Wechselkurse auf, da die Anleger nicht in der Stimmung waren, riskante Investitionen zu tätigen. Der CHF-Kurs lag bei 1,0745 Franken gegenüber dem Euro und 0,9124 Franken gegenüber dem US-Dollar. Der CHF/EUR-Kurs lag in der Nähe des Neunmonatshochs, das er Anfang des Monats erreicht hatte. Auch der US-Dollar, der ebenfalls als sichere Währung gilt, hielt sich fest. Für die Kauflaune der Anleger in Schweizer Franken und anderen Währungen gab es nur wenige Gründe. Erstens die Verbreitung der neuen COVID-19-Variante, der Delta-Variante. Zweitens, die enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China. Drittens die schwierige Lage in Afghanistan, wo die Taliban die Macht ergriffen haben. 

EUR/CHF Neue Tiefststände


    Die Tatsache, dass der EUR/CHF-Kurs in diesem Sommer neue Tiefststände erreicht hat, ist eine der auffälligsten Bewegungen auf dem Devisenmarkt, der ansonsten in letzter Zeit recht stabil ist. Normalerweise ist der CHF stark, aber heute scheint die EZB-Politik den EUR-Kurs zu beeinflussen, was wiederum zu einem höheren CHF-Kurs führt. Im März wurde der EUR/CHF-Kurs auf einem guten Niveau von 1,1150 gehandelt, doch dann schlug er einen enttäuschenden Weg ein. Es ist jedoch anzumerken, dass die niedrige Inflation in der Schweiz bedeutet, dass der reale Wert des CHF 4 % unter den Höchstständen von 2015 liegen könnte. Der starke Rückgang des realen EUR-Kurses während des Sommers könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Markt davon ausgeht, dass die Europäische Zentralbank entweder die Nominalzinsen für einen längeren Zeitraum niedrig halten wird oder dass ihre Überlegungsstrategie aufgeht. Die EZB weitet ihre Bilanz kontinuierlich aus, während die SNB ihre Politik der niedrigen Zinsen und der zahlreichen Devisenmarktinterventionen beibehält. Die SNB verfügt auf dem Inlandsmarkt nicht über genügend Vermögenswerte, um ein erfolgreiches QE durchzuführen, wie es die EZB tut. 

Wie geht es mit dem CHF-Wechselkurs weiter?


    Wenn die SNB besorgt ist, dass der CHF-Wechselkurs zu stark ist, interveniert sie normalerweise am Devisenmarkt. Einige Experten sind der Meinung, dass die Bank eine Toleranzgrenze von 1,03 für den EUR/CHF-Kurs hat, bevor sie aggressive Maßnahmen am Devisenmarkt ergreift, da dieser Wert näher am realwirtschaftlich gewichteten CHF liegt. Andere deuten auf 1,05 oder sogar 1,07 hin. Der erste Wert liegt nahe dem Tiefststand des letzten Jahres. Einige Signale, wohin sich die SNB-Politik bewegt, könnten nach der nächsten Sitzung am 23. September gegeben werden. Wie auch immer, die langfristige Perspektive eines stärkeren EUR/CHF-Wechselkurses wird nun auf 2022 verschoben, nach der möglichen Wende im EZB-Zyklus.

www.exchangemarket.ch
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