menuclose

News

News
Unternehmen durch Negativzinsen betroffen, aber Start-ups profitieren

Unternehmen durch Negativzinsen betroffen, aber Start-ups profitieren

12 November 2019

Negativzinsen sind in der Schweiz nach wie vor ein heisses Thema. Viele Finanzakteure müssen sich mit den Tiefen Zinsen, die auf die nun systematisch auf die Kunden umgewälzt werden, auseinandersetzen. Das Thema der negativen Zines kam jüngst wieder zum Vorschein in einer Meinungsumfrage von Unternehmen. Gleichzeitig wurden Daten über die Anzahl der Neugründungen veröffentlicht.

Unternehmen sind der Überzeugung, dass Negativzinsen schädlich sind

UBS hat 2.500 Schweizer Unternehmen befragt, um ihre Meinung zu Negativzinsen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und das laufende Geschäft zu überprüfen. Fast zwei Drittel von ihnen haben geantwortet, dass die Rekordtiefen Zinsen die Wirtschaft negativ beeinflussen und dass ihre Kosten diesbezüglich die Vorteile überschatten. Und das obwohl die meisten Unternehmen nicht direkt von negativen Zinssätzen betroffen sind, denn nur wenige zahlen Zinsen für Ihre Einlagen bei Banken. Aus diesem Grund sind die Unternehmen nicht so besorgt über die Zinssätze an sich, sie können jedoch indirekt beeinflusst werden, wenn die Wirtschaft durch die Geldpolitik geschädigt wird. Unter den Unternehmen gibt es eine Gruppe, die stärker von den Wechselkursen beeinflusst wird, namentlich die Exportbranche. Die Negativzinspolitik verhindert, dass der Franken weiter überbewertet wird uns der Eurokurs weiter fällt, was für die Abwicklung internationaler Transaktionen von Bedeutung ist. Daher sind Exporteure froh, dass die Zinsen extrem niedrig sind. In gleicher Weise profitieren Unternehmen, die Kredite aufnehmen, von niedrigen Zinssätzen. Die Mehrheit der Unternehmen, die mit dem Export Gewinne erzielen, ist jedoch der Ansicht, dass sehr niedrige Zinsen generell schädlich für die Schweizer Wirtschaft sind.

Start-ups gedeihen

Die Start-up-Branche - Fintech, Biotech, IT-Start-ups und andere erfreuen sich in der Schweiz immer grösserer Beliebtheit. Laut der Plattform startups.ch wurden in diesem Jahr 36'590 Neugründungen registriert. Dies ist ein Anstieg von 2,75 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Januar bis Oktober. Dieser Anstieg ist unter anderem auf niedrige Zinsen zurückzuführen. Investoren investieren aufgrund des niedrigen Zinsniveaus lieber Geld in Start-ups, als es beispielsweise bei Banken zu lagern, was nicht vorteilhaft ist, oder um damit Vermögenswerte in Schweizer Franken oder anderen Währungen zu kaufen. Das Niedrigzinsumfeld lässt Start-ups florieren und sichert laut startup.ch das Wachstum dieser Branche für die kommenden Jahre.

Aufstieg von Teilzeit-Gründern

Abgesehen von den niedrigen Zinsen ist ein weiterer Faktor, der den Aufschwung der Start-up-Branche auslöst, die Tatsache, dass Teilzeitgründer von Unternehmen Fakt werden. Menschen, die neue Unternehmen leiten, während sie in Vollzeit bei anderen Unternehmen arbeiten, und die ihnen konstantes Einkommen garantieren, und daher nicht verzweifelt sind, in der ersten Phase ihres Bestehens Einnahmen aus Unternehmensgründungen zu erzielen. Dies gibt den Gründern einige Freiheiten und bedeutet auch, dass sie die Arbeitsbelastung erhöhen oder verringern können, je nachdem, ob sich der Start als erfolgreich herausstellt.

Banken nicht zufrieden, SNB nicht beeindruckt

In den letzten Monaten hat auch das Bankgeschäft mehrmals Anzeichen dafür gegeben, dass niedrige Zinssätze für sie schädlich sind, da für Einlagen hohe Zinssätze gezahlt werden müssen. Geschäftsbanken halten die Niedrigzinspolitik für überfällig und nicht vorteilhaft. Trotzdem verteidigt die Schweizerische Nationalbank ihre Politik und behauptet, die wichtigste Priorität bestehe darin, den Wechselkurs des Schweizer Frankens stabil zu halten. Darüber hinaus hat der SNB-Präsident Thomas Jordan erklärt, dass die Zinsen bald noch weiter sinken könnten.

exchangemarket.ch
exchangemarket.ch