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Tiefer Eurokurs setzt SNB weiter unter Druck

Tiefer Eurokurs setzt SNB weiter unter Druck

13 May 2020

Der SNB-Präsident Thomas Jordan äusserte sich in einigen Interviews zur Schweizer Fiskalpolitik und zum starken Schweizer Franken Wechselkurs sowie zu seinem Verweis auf den Euro. Die SNB habe keine andere Wahl, als die Negativzinsen beizubehalten.

Negativzinsen als einzige Option

In einer der Zeitungen wurde Jordan zitiert, dass die Schweizerische Nationalbank keine andere Wahl habe, als ihre sehr expansive Fiskalpolitik beizubehalten, da sie dazu beiträgt, Druck auf den überbewerteten Schweizer Franken auszuüben, welcher sehr häufig als sicherer Hafen gilt. Anleger möchten aus diesem Grund in schwierigen Zeiten vor allem Schweizer Franken kaufen und treiben so den Frankenkurs in die Höhe. Die aktuelle Coronavirus-Krise setzt den CHF Wechselkurs noch stärker unter Druck und löst dessen Aufwertung aus. Darüber hinaus erklärte Jordan, die SNB sei nicht erfreut darüber, dass sie Geschäftsbanken aufgrund der negativen Zinssätze mit einem Rekordniveau von minus 0,75 über Nacht Geld für Zentraleinlagen in Rechnung stellt, behauptet jedoch, die SNB habe keine Wahl. Die Bank würde die Zinsen erhöhen, aber nur, wenn die Umstände dafür angemessen sind. Laut Jordan kommt es derzeit nicht in Frage, die niedrigsten Zinsen der Welt anzuheben. „Wir haben leider keine andere Wahl, als den negativen Zinssatz beizubehalten. Ohne sie wären wir jetzt in einer viel schwierigeren Situation. “ - sagte der Präsident der SNB. Er fügte hinzu: "Der Schweizer Franken wäre massiv attraktiver und die Finanzierungsbedingungen für die Schweizer Wirtschaft wären viel schlechter", wenn die negativen Zinssätze aufgehoben würden, da sie jetzt notwendig sind, um "grossen Schaden für die Schweiz abzuwenden". Darüber hinaus schliesst Jordan eine Änderung der Zinssätze nicht aus, da er behauptet, dass „wir bei Bedarf noch Handlungsspielraum haben, uns aber heute auf Interventionen auf dem Devisenmarkt konzentrieren, um den Druck auf den Franken zu begrenzen.“

Weitere Fremdwährungskäufe

Die ausländischen Interventionen sind eine der wichtigsten Ressourcen, mit denen die SNB verhindert, dass der CHF-Wechselkurs noch mehr überbewertet wird. Jordan gab zu, dass die SNB ihre Käufe auf ausländischen Märkten verstärkt, um zu verhindern, dass der Schweizer Franken teurer wird: „Wir haben mehrfach betont ... wir sind auf den Devisenmärkten aktiv, um den Druck auf den Schweizer Franken zu verringern.“ Jordan fügte hinzu: „Wir melden unsere Transaktionen absichtlich nie im Detail, aber ich möchte betonen, dass wir eine wesentliche Verpflichtung eingehen.“ Ein sehr hoher CHF Wechselkurs schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft, daher müssen vorbeugende Massnahmen zur Stärkung des CHF umgesetzt werden. "Die Wertschätzung des Frankens als sicherer Hafen ist enorm geworden", bestätigte Jordan. "Ohne die Geldpolitik der SNB würden wir in der gegenwärtigen Situation einen völlig anderen Frankenwechselkurs sehen." - schloss den Präsidenten. Die SNB unternimmt zahlreiche Interventionen auf dem Auslandsmarkt, plant jedoch keine Aufstockung ihrer Goldreserven, die derzeit bei 1.040 Tonnen liegen.

EUR CHF Wechselkursverteidigung?

Es gibt Meinungen, dass die SNB versucht, den Wechselkurs zwischen EUR und CHF davor zu schützen, unter 1,05 auf den Franken zu fallen, aber Jordan wies diese Behauptung in einem anderen Interview zurück. „Wir verteidigen keinen bestimmten Kurs gegen den Euro. Bei der Erfüllung ihres Mandats und bei ihrer Bewertung berücksichtigt die SNB die Situation für alle Währungen “, sagte er. Der Wechselkurs des Schweizer Frankens ist seit Juli 2015 gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand gestiegen. Mittlerweile sind die Sichteinlagen bei der SNB in ​​diesem Jahr um fast 77 Milliarden Franken gestiegen, was immer ein Indikator für die Interventionen der SNB ist. Jordan schätzt, dass die Coronavirus-Sperre die Schweizer Wirtschaftstätigkeit auf 70-80% begrenzt, was das Land monatlich 11-17 Mrd. CHF kostet.

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