SNB signalisiert Bereitschaft zur Rückkehr zu Negativzinsen, da Franken sich weiter aufwertet
May 06, 2025Schlegel: Negativzinsen wieder denkbar
Am Dienstag erklärte SNB-Präsident Martin Schlegel in Zürich, dass die Bank „Negativzinsen nicht mag“, aber „definitiv bereit“ sei, sie erneut einzusetzen, falls der Disinflationstrend anhalte. Die Preisstabilität bleibe das vorrangige Mandat – auch wenn dies auf dem Markt für Unruhe sorge.
Franken-Rally als sicherer Hafen erschwert die Lage
Jüngste Risikoaversion an den Märkten hat den Franken auf Mehrjahreshochs getrieben, was Importe verbilligt und den Preisdruck weiter senkt – gut für Konsumenten, jedoch belastend für Exporteure. Schlegel bekräftigte, dass die SNB bereit sei, am Devisenmarkt zu intervenieren, wenn die Frankenstärke das Inflationsziel gefährde oder Schweizer Hersteller durch schwache Auslandsnachfrage zusätzlich unter Druck geraten.
Marktausblick für Franken-Währungspaare
USD/CHF: Pendelt nahe 0.82; eine überraschende Zinssenkung im Juni könnte 0.80 eröffnen, während Interventionsrisiken Aufwärtspotenzial über 0.84 begrenzen.
EUR/CHF: Stabil um 0.93; bei weiterem Hinweis auf tiefe Negativzinsen könnte 0.90 getestet werden, wobei SNB-Käufe von Euro mögliche Abwärtsbewegungen abfedern.
Carry Trades: Eine Rückkehr zu Negativzinsen würde Franken-Finanzierungsstrategien wiederbeleben – was die Volatilität risikobehafteter Anlagen erhöhen könnte.
Fazit:
Mit einer Inflation, die an der Schwelle zur Zielunterschreitung steht, und einem starken Franken, der die Deflationskräfte verstärkt, signalisiert die SNB klar ihre Bereitschaft zu erneuten Zinssenkungen in den negativen Bereich und möglichen Deviseninterventionen – der Franken bleibt ein zentrales Instrument der Schweizer Geldpolitik.
