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SNB dürfte Zinssätze bei Null verankern: Ökonomen sehen hohe Hürde für Rückkehr zu Negativzinsen

December 09, 2025

Intervention statt Zinssenkung: Die neue Strategie

Der breite Konsens für einen unveränderten Zinssatz beruht vor allem auf der klaren Haltung von SNB-Präsident Martin Schlegel. Dieser betont wiederholt, dass die Schwelle für Zinssenkungen unter null hoch sei, da sie „unerwünschte Nebenwirkungen“ auf das Finanzsystem hätten. Statt die Kreditkosten zu senken, um Deflationsdruck entgegenzuwirken, signalisiert die SNB eine stärkere Steuerung des Devisenmarkts.

Ökonomen großer Institute wie UBS gehen davon aus, dass die Inflation zwar vorübergehend ins Negative rutschen könnte, sich aber im Laufe von 2026 wieder erholen wird. Das wichtigste Instrument der SNB dürften daher weiterhin Devisenmarktinterventionen bleiben. Sollte der Franken aufgrund von „Safe-Haven“-Strömen zu stark aufwerten, ist die SNB bereit, ihre Bilanz auszuweiten, um die Währung zu stabilisieren – anstatt Bargeldbestände mit Negativzinsen zu bestrafen.

Handelsspannungen und neue Zollpolitik

Die Schweizer Wirtschaft steht derzeit vor externen Herausforderungen, insbesondere durch die Handelspolitik der USA. Washington hat kürzlich die Zölle auf Schweizer Importe von zuvor 39 % auf 15 % gesenkt. Die SNB sieht darin zwar keinen „Game Changer“, verweist aber darauf, dass etwa 4 % der gesamten Schweizer Exporte direkt betroffen waren – ein Faktor, der dennoch in die gesamtwirtschaftliche Lage einfließt.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der wirtschaftliche Ausblick stabil. Das Wachstum dürfte 2025 und 2026 jeweils 1,2 % betragen. Die Inflation wird voraussichtlich niedrig bleiben – durchschnittlich 0,2 % in diesem Jahr und 0,4 % im nächsten. Dieses Niedriginflationsumfeld stärkt die Kaufkraft des Frankens, erhöht aber den Druck auf die SNB, eine übermäßige Aufwertung zum Schutz der Exporteure zu verhindern.

Bedeutung für den Schweizer Franken

Für Anleger und Devisenhändler hat die Zurückhaltung der SNB gegenüber Negativzinsen klare Marktauswirkungen:

• Politische Untergrenze für EUR/CHF: Mit einem Zins von 0 % entfällt die „Strafe“ für das Halten von Franken. Gleichzeitig wirkt das Bekenntnis der SNB zu Deviseninterventionen als weiche „Untergrenze“ für das Währungspaar EUR/CHF. Das Konsensziel liegt bei 0,945 im nächsten Jahr, doch dürfte die SNB eingreifen, falls das Paar zu schnell fällt.
• USD/CHF-Sensitivität: Dieses Paar reagiert stark auf die globale Handelspolitik. Obwohl die jüngsten Zolländerungen eingepreist sind, könnten neue Spannungen zu einer Flucht in den sicheren Hafen CHF führen und den USD/CHF weiter drücken.
• Kaufkraft: Für Einwohner und Arbeitnehmer in der Schweiz ist die Politik vorteilhaft. Bei nahezu null Inflation und stabilen Zinsen bleiben Reallöhne und Kaufkraft erhalten – im Gegensatz zu den hochinflationären Nachbarländern.

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