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SNB-Chef sagt, dass Zinsen noch tiefer ausfallen könnten

SNB-Chef sagt, dass Zinsen noch tiefer ausfallen könnten

04 November 2019

Weitere Zinssenkungen könnten laut dem Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, in Aussicht gestellt werden. Dazu hat er in einem Interview mit der der Zeitung NZZ am Sontag Stellung genommen. Dies obwohl die aktuellen, rekordtiefen Zinssätze von einigen Branchen, einschliesslich der Bankenbranche, stark kritisiert werden.

Noch Platz für weitere Senkungen?

Nach Worten von Thomas Jordan ist noch Platz für weitere Zinssenkungen, und es war nicht das erste Mal, dass er dies erklärte. Gegenwärtig liegt der Einlagensatz in der Schweiz bei minus 0,75 Prozent, einer der niedrigsten Werte der Welt, und das seit fünf Jahren. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die eine Niedrigzinspolitik verfolgen, welche in gut industrialisierten Volkswirtschaften seit der letzten Wirtschaftskrise hoch im Kurs ist. Thomas Jordan ist der Ansicht, dass es wichtig ist, die Leitzinsen niedrig zu halten oder sogar weiter zu senken, damit der Schweizer Franken Wechselkurs nicht erneut ausser Kontrolle gerät.

Frankenkurs könnte weiter steigen

Thomas Jordan sieht den aktuellen Wechselkurs des CHF gegenüber wichtigen Währungen, beispielsweise dem Euro, als etwas überbewertet an. Der starke Schweizer Franken könnte sogar noch stärker werden und in kurzer Zeit sehr schnell steigen, falls die SNB die Negativzinspolitik aufgibt. Darüber hinaus müssen Interventionen der Bank auf ausländischen Märkten, zu denen Operationen wie der Kauf von Euro oder Dollar gehören, um den Schweizer Franken an Wert zu schwächen, und so ein einen unerwarteten Sprung des Eurokurses zum Schweizer Franken zu verhindern. Jordan erklärte, dass tiefe Zinsen für lange, lange Zeit notwendig sein können, zusammen mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Er erklärte auch, dass die „Zinsflexibilität der Bank nicht unbegrenzt ist, aber wir die Möglichkeit haben, weitere Senkungen vorzunehmen“, was bedeutet, dass Raum für weitere Senkungen besteht. Tatsächlich sagte Thomas Jordan: „Weitere Kürzungen sind sicherlich möglich“ und „unter bestimmten Umständen kann eine weitere Lockerung der Geldpolitik notwendig sein wird.“ Laut dem SNB-Präsidenten ist der CHF immer noch hoch bewertet, aber nicht mehr so ​​überbewertet wie das zuvor der Fall war. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass die SNB in ​​den letzten Jahren eine strickte Geldpolitik verfolgt hat. Ein Verzicht auf Negativzinsen könnte negative Auswirkungen haben.

Mehr Vorteile als Nachteile

Würden weitere Zinssenkungen dazu führen, dass die Sparer tatsächlich Geld abheben und es zu Hause aufbewahren, da es nicht mehr vorteilhaft wäre, über Bankeinlagen zu verfügen? Eine solche Lösung könnte mehr negative als positive Ergebnisse bringen, aber Thomas Jordan scheint dem nicht zuzustimmen, und er sagte, dass die Risiken und Kosten für die Aufbewahrung grosser Geldbeträge zu Hause nach wie vor beträchtlicher seien und sein werden als die Nachteile negativer Zinssätze. Er räumt jedoch ein, dass es Nebenwirkungen gibt, und die SNB hat dies nie bestritten. Thomas Jordan zufolge gibt es jedoch immer noch mehr positive als negative Effekte, und wenn die Zinssenkungspolitik fallen sollte, würde der Franken wieder stark überbewertet und die Arbeitslosenquote steigen.

Nicht jeder stimmt zu ...

Die Nationalbank bemüht sich, die Aufwertung des Schweizer Frankens zu stoppen, da viele Anleger Schweizer Franken kaufen, weil dieser immer noch als sicherer Hafen gilt. In der Zwischenzeit haben die Banker eine eigene Mission - wie wir kürzlich geschrieben haben, ist die Schweizerische Bankiervereinigung der Ansicht, dass die negativen Zinssätze schädlich für die Banken-, Finanz- und Wirtschaftslage sind und dass diese Politik abgeschafft werden sollte. Das tiefe Zinsniveau mindert die Gewinne und Erträge der Geschäftsbanken nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Kürzlich bezeichnete Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse, diese Politik als „nicht hilfreich für den Bankensektor“.

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