
Schweizer Inflation stagniert bei 0,1 %: SNB gerät wegen starkem Franken unter Druck
February 13, 2026Kerninflation signalisiert gewisse Stabilität
Während die Gesamtinflation nahe an einer Deflation liegt, blieb die Kerninflation – ohne volatile Komponenten wie frische Lebensmittel und Energie – stabil bei 0,5 %. GianLuigi Mandruzzato, Ökonom bei der EFG Bank, betonte, dass diese zugrunde liegende Stabilität den unmittelbaren Druck auf die Zentralbank mindere, ihre Geldpolitik drastisch anzupassen. Dennoch bleibt das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll. Da der Leitzins der SNB bereits bei 0 % liegt, räumte SNB-Präsident Martin Schlegel kürzlich ein, dass die Kombination aus nahezu null Inflation und Nullzinsen die Institution in eine schwierige Lage bringt.
Das Problem des starken Frankens und mögliche Interventionen
Die anhaltende Aufwertung des Schweizer Frankens – insbesondere gegenüber dem Euro und dem US-Dollar – stellt die Geldpolitik weiterhin vor grosse Herausforderungen. Eine stärkere Währung verbilligt Importe und drückt dadurch die Gesamtinflation zusätzlich nach unten. Marktteilnehmer beobachten nun genau, wie die SNB reagieren wird. Mandruzzato vermutet, dass die Zentralbank ihre Rhetorik verschärfen und den Franken offiziell als „stark bewertet“ bezeichnen könnte, um den Devisenmärkten ihre Besorgnis zu signalisieren. Konkrete Hinweise auf jüngste aktive Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des CHF gibt es zwar nicht, doch diese zurückhaltende Haltung könnte sich rasch ändern, falls die Aufwertung anhält.
Mittelfristige Strategie der SNB
Offiziell hat sich die SNB zu den Januardaten bislang nicht geäussert. In der Vergangenheit erklärte sie jedoch, vorübergehende Unterschreitungen ihres Zielbands – selbst kurze Phasen negativer Inflation – zu tolerieren, solange die mittelfristigen Aussichten stabil bleiben. Im Gegensatz zur Europäische Zentralbank und zur Federal Reserve System, die mit strukturell höherer Inflation und anderen Wachstumsdynamiken konfrontiert sind, besteht die Hauptaufgabe der SNB darin, eine deflationäre Spirale infolge von Safe-Haven-Kapitalzuflüssen zu verhindern. Im Verlauf des Jahres 2026 wird sich zeigen, ob verbale Interventionen ausreichen oder ob die SNB ihre umfangreichen Devisenreserven einsetzen muss, um den Franken zu bremsen.
