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Schweizer Franken springt in globalen Devisenreserven nach vorn – Dollaranteil sinkt, Euro gewinnt an Boden

Schweizer Franken springt in globalen Devisenreserven nach vorn – Dollaranteil sinkt, Euro gewinnt an Boden

July 09, 2025

Warum der Franken? Politik, Zölle und Vertrauen
Der Anstieg der CHF-Reserven fällt mit einer 14%igen Aufwertung des Frankens gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn zusammen. Investoren und Reserveverwalter flüchten vermehrt in die Schweiz, da politische Kehrtwenden aus Washington – insbesondere die im April eingeführten „Befreiungstags-Zölle“ – Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank und der Verlässlichkeit der amerikanischen Handelspolitik geweckt haben. Auch wenn einige Zölle später ausgesetzt wurden, hat das Ereignis den Ruf des Frankens als letzten „Triple-A“-sicheren Hafen mit politischer Stabilität, Leistungsbilanzüberschuss und leicht positiven Realzinsen unterstrichen.

EUR/CHF-Kontext: Starker Franken bremst Euro-Gewinne
Obwohl der Euro bei den Reserven zulegte und sich auf 1,17 USD/EUR stärkte, hinkt er gegenüber dem Franken weiterhin hinterher. Das Währungspaar liegt bei rund 0,93 EUR/CHF – kaum verändert trotz Euro-Zuflüssen. Für Grenzgänger, die in Franken verdienen und in Euro ausgeben, bedeutet der Frankenanstieg eine stille Gehaltserhöhung: 5 000 CHF ergeben heute rund 4 650 EUR, verglichen mit 4 150 EUR Anfang letzten Jahres.

Dollar bleibt dominant – aber die Risse werden größer
Laut IWF stiegen die absoluten Dollarreserven zwar um 1,4 % auf 6,72 Billionen USD, dennoch sank der globale Anteil des Greenbacks, da die Euro-Reserven um 2,6 % auf 2,3 Billionen USD stiegen und kleinere Währungen – insbesondere CHF und GBP – schneller wuchsen. Obwohl Analysten erwarten, dass ein möglicher „De-Dollarisierungsprozess“ langsam verläuft, führen volatile US-Handelsstrategien, steigende Staatsschulden und politischer Druck auf die Fed dazu, dass Zentralbanken ihre Dollar-Exponierung schrittweise reduzieren.

Was die Reserve-Rotation für die Märkte bedeutet

Euro-Staatsanleihen – Die erhöhte Zentralbanknachfrage senkt Risikoaufschläge in Südeuropa; bei anhaltendem Trend könnten italienische und spanische Renditen weiter fallen.

Schweizer Staatsanleihen – Höhere CHF-Reserven steigern die Nachfrage nach den knappen Eidgenossenschaftsanleihen und drücken deren Realzinsen weiter ins Negative.

Wechselkursvolatilität – Mit größerem CHF-Anteil in den Reserven könnten Zentralbanken aktiver in den EUR/CHF eingreifen und so den Euro-Auftrieb trotz guter Fundamentaldaten begrenzen.

Rohstoffpreise – Selbst geringfügige Rückgänge beim Dollaranteil können dollarbasierte Rohstoffe verteuern; Gold hat in CHF bereits ein neues Allzeithoch erreicht.

Ausblick: Langsamer Abschied vom Dollar, schnelle Nachfrage nach CHF
Nur wenige Analysten erwarten, dass der Dollar seine Vormachtstellung als Reservewährung bald verliert – Netzwerkeffekte, Marktliquidität und die Rolle des Petrodollars bleiben starke Schutzschilde. Doch der aktuelle IWF-Bericht zeigt: In geopolitisch turbulenten Zeiten greifen Entscheidungsträger verstärkt auch zum Schweizer Franken und zum Euro. Sollte Washington nach Ablauf der Frist am 9. Juli weitere Zölle einführen, dürften weitere Umschichtungen in CHF und EUR folgen – was den EUR/CHF unter Parität halten und USD/CHF auf neue Tiefststände treiben könnte.

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