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Schweizer Franken Kurs steigt wegen Coronavirus-Angst; SNB könnte eingegriffen haben

Schweizer Franken Kurs steigt wegen Coronavirus-Angst; SNB könnte eingegriffen haben

24 February 2020

Der Ausbruch des Coronavirus breitet sich ausserhalb Chinas aus, nachdem in Italien und Südkorea viele Fälle gemeldet wurden. Anlagen in sicheren Häfen, einschliesslich einlagen in Schweizer Franken sind zurzeit gefragt. Inzwischen scheint die SNB am Währungsmarkt interveniert zu haben.

Keine Risikostimmung

Jetzt wo sich sich das Coronavirus in anderen Ländern als China ausbreitet, insbesondere mit einem enormen Anstieg der Fälle in den letzten Tagen in Norditalien, werden Aktien- und Rohstoffpreise, und die Wechselkurse der wichtigsten Währungen stark beeinflusst. Safe-Haven-Vermögenswerte gewinnen, einschliesslich des Schweitzer Frankens. Am Montag gingen die Aktienkurse in Europa zurück. Der Schweizer Frankens Wechselkurs lag am Freitag bei 1,06130 pro Euro, am Montag fiel der Eurokurs dann schliesslich unter 1.06, was dem tiefsten EUR CHF Wechselkurs seit fünf Jahren sehr nahe kommt. In Anbetracht der Situation haben beide etablierten Tresorwährungen, nämlich Schweizer Franken und japanischer Yen, nicht wesentlich zugenommen. Dies liegt an der Tatsache, dass viele Anleger sich dafür entscheiden, nicht Schweizer Franken oder Yen, sondern US-Dollar zu kaufen, selbst in Zeiten globaler Seuchenangst. Die US-Wirtschaft scheint bisher besser auf die Auswirkungen von Viren auf die Weltwirtschaft vorbereitet zu sein. Insbesondere der japanische Yen-Wechselkurs war in Zeiten von Problemen, die durch das Coronavirus verursacht wurden, enttäuschend. Der JPY stieg nur um 0,2% auf 111,38 pro Dollar. Analysten behaupten, dies sei auf die Exposition Japans gegenüber Coronaviren zurückzuführen, da Asien der Ort ist, an dem es zuerst auftrat und die meisten Fälle bisher aufweist. In diesem Fall wird der traditionelle Sicherheitswert des japanischen Yen abgezinst.

Weitere Interventionen?

Trotzdem steigt der CHF-Wechselkurs von Tag zu Tag, und die Schweizerische Nationalbank hat möglicherweise das Bedürfnis verspürt, ihre Interventionen zu verstärken, um zu verhindern, dass der Schweizer Franken zu sehr überbewertet wird. Es sieht tatsächlich so aus, als hätte die SNB erst letzte Woche interveniert. Die Sichteinlage, d.h. der Bargeldbestand der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, stieg letzte Woche um 2,1 Milliarden Franken. Es war der grösste Anstieg seit Jahresbeginn. Die SNB setzt im Rahmen ihrer Politik Interventionen zusammen mit Minuszinsen ein, um die Inflation im Einklang zu halten und zu verhindern, dass Schweizer Franken zu teuer wird. Es gibt jedoch keine Auskunft darüber, wann genau die SNB am Währungsmarkt eingegriffen hat, weshalb Analysten als Zeichen für die Massnahmen der SNB nach Sichteinlagen Ausschau halten. Die neu entdeckte Aktivität war noch geringer als im August.

Euro ist schwächer

Die gemeinsame Währung der Eurozone wurde am Montag schwächer, da die Anleger nicht dazu neigten, Euro zu kaufen, sondern in USD investierten. Der EUR-Wechselkurs ging um 0,3% auf 1,0805 Dollar zurück, was einem Niveau nahe 1,0778 entspricht, das letzte Woche erreicht wurde und das niedrigste seit fast drei Jahren war. Aufgrund der Coronavirus-Epidemie dürfte der Wechselkurs EUR / USD noch weiter sinken, wie Analysten behaupten. Der USD-Preis wurde nicht einmal durch die in der vergangenen Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten beeinflusst, die unter den Erwartungen lagen. Gegenüber dem Korb der Hauptwährungen stieg der USD-Index um 0,2% und erreichte mit 99,622 nahezu den stärksten Stand seit April 2017 - 99,915, der letzte Woche erreicht wurde.

exchangemarket.ch
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