Schweizer Franken im Fokus: SNB-Sitzung, Fed-Senkungswetten und Eurozonen-PMIs
September 19, 2025SNB-Ausblick: Nullzinsen, starker Franken und hohe Hürde für Negativzinsen
Die Schweizerische Nationalbank tagt am Donnerstag und wird voraussichtlich ihren Leitzins bei 0 % belassen. Offizielle haben signalisiert, dass ein Rückfall in den Negativbereich nur bei einer klaren Verschlechterung der Inflationsaussichten oder einem unerwünschten Aufwertungsschub des Frankens infrage käme. Seit Jahresbeginn hat der CHF gegenüber dem USD rund 15 % zugelegt, während die Gewinne gegenüber dem Euro bescheiden bleiben (etwa 0,5 %) – eine Fortsetzung eines mehrjährigen Trends von rund 30 % in sieben Jahren. Für Schweizer Exporteure – von Pharma bis Luxusgüter – verstärkt die Frankenstärke die Belastung durch Zölle, während für Haushalte, die in CHF bezahlt werden und in EUR ausgeben, das EUR/CHF-Niveau entscheidend für Einkäufe und Überweisungen ins Ausland bleibt.
Eurozonen-Puls: PMIs und Zollklima
Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone (Dienstag) sollten zeigen, ob sich die Dynamik im verarbeitenden Gewerbe verbessert und der Dienstleistungssektor weiter wächst. Die Zahlen dienen zugleich als Barometer für den Zollstress und geben einen frühen Hinweis darauf, wie Handelskonflikte in Auftragsbücher und Preise einsickern. Ein stabiles PMI-Umfeld würde mit dem vorsichtig optimistischen Ausblick der EZB übereinstimmen, die im September die Zinsen bei 2 % hielt. Im Vereinigten Königreich folgen die vorläufigen PMIs auf eine Zinspause der Bank of England; die Geschäftsstimmung wird durch Steuerfragen und hartnäckige Inflation auf die Probe gestellt. Für den Devisenmarkt gilt: Robustere europäische Daten stützen tendenziell den Euro und begrenzen den EUR/CHF-Abwärtsdruck, auch wenn die Nachfrage nach sicheren Häfen den Franken untermauert.
Bedeutung für EUR/CHF und USD/CHF
EUR/CHF: Sollten die Eurozonen-PMIs positiv überraschen und der Zolllärm abklingen, könnte das Paar stabilisieren oder zulegen, was den Druck auf Schweizer Exporteure mindert. Jede Risikoaversion dürfte jedoch die sichere-Hafen-Nachfrage nach CHF erneut stärken.
USD/CHF: Schwächere US-Daten oder ein dovisher PCE-Bericht dürften Aufwärtsbewegungen begrenzen; Aufwärtsrisiken erfordern stärkere Inflations- oder Arbeitsmarktdaten. Politischer Druck auf die Fed hält einen Glaubwürdigkeitsabschlag im Dollar aufrecht – ein milder Rückenwind für den CHF.
Wichtige Risiken im Blick
Geopolitische Entwicklungen bei der UN-Generalversammlung, Zollschlagzeilen und jede Änderung in der SNB-Kommunikation (einschließlich Hinweise auf FX-Operationen) könnten CHF-Paare schnell neu bewerten. Vorerst lautet die Basisannahme: SNB bleibt bei Null, die Fed tendiert dovish, und EUR/CHF wird stärker von der globalen Risikostimmung als von Schweizer Inlandsdaten bestimmt.
