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SBA fordert die SNB nachdrücklich auf, die Negativzinspolitik zu verwerfen

SBA fordert die SNB nachdrücklich auf, die Negativzinspolitik zu verwerfen

30 October 2019

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat die Schweizerische Nationalbank erneut aufgefordert, die Negativzinspolitik fallen zu lassen, da sie nach Ansicht der Banker eher negative als positive Effekte hat. Die Nationalbank hat einen Bericht über negative Zinsen veröffentlicht.

Kurzfristige Feuerpause

Negativzinsen waren lange Zeit Gegenstand von Konflikten zwischen der SBA und der SNB. Vor weniger als einem Monat, nachdem die Bankenbranche Massnahmen gefordert hatte, beschloss die Nationalbank, die Auszahlung der Geschäftsbanken für grosse Einlagen bei der Schweizerischen Zentralbank zu reduzieren. Derzeit werden jährlich bis zu 2 Mrd. Franken von den Banken aufgrund des negativen Zinsniveaus gezahlt. Die Kürzung dieses Betrags hat die Banken etwas entlastet, und es sah so aus, als gäbe es endlich eine Einigung zwischen den zwei Parteien. Der Waffenstillstand sollte jedoch nicht anhalten, da die SBA an diesem Dienstag einen Bericht über die Negativzinspolitik der SNB veröffentlichte.

SBA fordert Überdenken der Negativzinspolitik

Die Studie zu den Negativzinsen wurde durchgeführt und veröffentlicht, um die Nationalbank und ihren Chef Thomas Jordan zu drängen, die Negativzinspolitik zu überdenken und eine endgültige Zinserhöhung zu beschliessen. Laut der Studie der SBA sind die Negativzines nicht mehr an die wirtschaftliche Situation des Landes angepasst und wirken sich nun eher negativ als positiv aus. Negative Zinsen erfüllen laut SBA nicht mehr ihren wirtschaftlichen Zweck und sollten, angesichts des Wechselkurses von CHF zu anderen Währungen wie EUR, USD, der wirtschaftlichen Lage in der Schweiz und den Inflationsaussichten gesenkt werden.

Notfallmassnahme wird normal

Die Autoren der Studie sind der Ansicht, dass Negativzinsen tatsächlich eine Notfallmassnahme sind, die nur in Krisenfällen angewendet werden sollte. Da sie so lange aufrechterhalten werden, ist eine solche Notfallmassnahme zu etwas Normalem geworden. Dies schadet Banken, Pensionskassen, Sparern und dem Bund, die alle mit den wirtschaftlichen negativen Auswirkungen von Minuszinsen zu kämpfen haben. Die Anwendung negativer Zinssätze ist nur dann gerechtfertigt, wenn ein wirtschaftliches Risiko unabdingbar ist, und die einzige Lösung, um dieses Risiko zu minimieren darin besteht, die Zinssätze zu senken.

Negative Auswirkungen negativer Zinsen

Nach Ansicht der Banker ist die Inflation nun unter Kontrolle und die Wirtschaft stabil, angepasst an die Bedingungen, es gibt keine grossen Risiken, die die Aufrechterhaltung negativer Zinssätze erfordern würden. Die Situation hat sich in den letzten fünf Jahren geändert, seit negative Zinssätze eingeführt wurden. Derzeit argumentieren die Banker, dass solche Zinssätze langfristig zahlreiche negative Auswirkungen haben, wie zum Beispiel einen Anstieg der Immobilienpreise aufgrund supergünstiger Hypotheken, was dazu führt, dass Versicherungen, Pensionsfonds und Banker in den nächsten Jahren mehr Hypotheken verkaufen, um wenigstens eine geringe Rendite zu erzielen. Pensionskassen und Banken haben Schwierigkeiten, Renditen aus festverzinsten Anlagen zu erzielen, und suchen daher mit gewissen Risiken nach Möglichkeiten auf dem Immobilien- und Aktienmarkt.

Was ist mit dem Eurokurs?

Offensichtlich ist der überbewertete Wechselkurs des Schweizer Frankens der Faktor, der auch die SBA stört. Die Autoren der Studie glauben, dass der Euro Franken Wechselkurs innerhalb seiner langfristigen Bandbreite und nahe am Gleichgewicht liegt. Die SNB verfolgt jedoch einen anderen Ansatz und behauptet lange, dass der starke CHF einer der Hauptgründe für die Beibehaltung der Negativzinsen ist.

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