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Fed-Glaubwürdigkeit wankt – Dollar fällt, Euro steigt, Schweizer Franken erreicht Zehnjahreshoch

June 26, 2025

Trump vs. Powell: Märkte wittern ein politisches Tauziehen
Berichte, dass Präsident Trump darüber nachgedacht hat, Fed-Chef Jerome Powell zu ersetzen – und ihn öffentlich als „schrecklich“ bezeichnete, weil er die Zinsen nicht gesenkt habe – haben das Vertrauen in die Autonomie der US-Notenbank erschüttert. Händler sehen nun eine Chance von eins zu vier für eine Zinssenkung im Juli und preisen bis Dezember rund 64 Basispunkte Lockerung ein, gegenüber etwa 46 Basispunkten vor wenigen Tagen. Die Aussicht auf politische Einflussnahme lässt den Dollar weniger wie einen verlässlichen Reserveanker wirken und mehr wie eine politische Geisel.

Euro nähert sich Vierjahreshoch
Während der Greenback ins Straucheln gerät, kletterte der Euro über 1,17 USD/EUR und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2021. Der Aufschwung der Gemeinschaftswährung verringert den Abstand zum Franken, dennoch bleibt die Frankenstärke bestehen, sodass Schweizer Löhne bei Umrechnung in Euro weiterhin deutlich mehr wert sind – ein ungeplanter „Lohnerhöhungseffekt“ für Grenzgänger.

Franken vs. Yen: Eine neue Hierarchie sicherer Häfen
Im nächtlichen Handel markierte der Franken sogar ein Rekordhoch gegenüber dem Yen bei etwa 180,55 CHF/JPY. Die japanische Währung konnte später etwas Boden gutmachen, doch der Vorgang zeigt, dass Investoren den Franken derzeit selbst über den Yen stellen, wenn US-Politikrisiken dominieren. Da die Bank of Japan lediglich moderate Zinserhöhungen signalisiert und gleichzeitig vor Trump-bedingten Zöllen warnt, dürfte das Aufwertungspotenzial des Yen mittelfristig begrenzt bleiben – ganz im Gegensatz zur Dynamik des Frankens.

Zoll-Countdown befeuert die Unsicherheit
Am 9. Juli laufen mehrere gegenseitige Zollaussetzungen zwischen Washington und wichtigen Partnern, darunter der EU, aus. JPMorgan schätzt das US-Rezessionsrisiko auf 40 %, falls neue Zölle greifen, und warnt, dass die Phase des amerikanischen „Ausnahmezustands“ zu Ende gehe. Dieses Narrativ schwächt die Attraktivität des Dollars weiter und lenkt Kapital sowohl in den Euro als auch verstärkt in den Franken, dessen deflationäre Tendenz in naher Zukunft Zinssenkungen durch die SNB unwahrscheinlich macht.

Was das für CHF-Verdiener bei Euro-Überweisungen bedeutet

Ein stärkerer Franken gegenüber USD und JPY stärkt seinen Ruf als sicherer Hafen, stützt die Nachfrage und hält den EUR/CHF gedämpft.

Jeder umgerechnete 1 000 €-Betrag kostet heute bei 0,94 rund 1 064 CHF statt 1 120 CHF bei einem Kurs von 0,89 Anfang letzten Jahres – eine jährliche Ersparnis von rund 700 CHF bei monatlichen 3 000 €-Transfers.

Die Kosten für Terminkontrakte sinken mit fallenden US-Zinsen; wer Studiengebühren oder Hypothekenraten für den Herbst in Euro absichert, zahlt jetzt einen geringeren Aufschlag.

Vorsicht vor plötzlicher Euro-Stärke: Sollten Washington und Brüssel neue Zölle vermeiden, könnte der Euro über 0,95 CHF steigen und die Umrechnungsvorteile abschmelzen lassen.

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