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Fachkräftemangel und Arbeitsbewilligungen

Fachkräftemangel und Arbeitsbewilligungen

02 December 2019

Die Schweiz leidet laut neuestem Bericht unter Fachkräftemangel. Insbesondere ist es schwierig, technische Fachkräfte oder Ingenieure einzustellen. Um freie Stellen zu besetzen, wenden sich Arbeitgeber an Grenzgänger und Ausländer aus Drittländern - nächstes Jahr wird das Land 8.500 Arbeitsvisa für Nicht-EU-Ausländer ausstellen.

Fachkräftemangel

In diesem Jahr ist der Fachkräftemangel in der Schweiz noch deutlicher geworden, wie die Umfrage zum Fachkräftemangelindex zeigt, die Adecco Schweiz in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich erstellt hat. Dieser Index misst die Anzahl der offenen Stellen anhand der Berufe in bestimmten Branchen und zeigt an, wo es am schwierigsten ist, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Der diesjährige Index zeigt, dass der Fachkräftemangel insbesondere in den deutschsprachigen Kantonen und im Maschinenbau zu beobachten ist.

Branchen, in denen die meisten Facharbeiter fehlen

Der Fachkräftemangel ist vor allem im Elektronik- und Tiefbau sowie bei technischen Berufen wie Heizungs-, Lüftungs- und Klimaingenieuren zu beobachten, die im Ranking auf den zweiten Platz vorrücken. Abgerundet werden die Top-Drei durch Treuhandjobs, während auf dem vierten Platz der IT-Branche steht. Der Fachkräftemangel ist auch in der Medizin- und Pharmabranche hoch und stark angestiegen.

Überangebot an Mitarbeitern

Einige Branchen haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden, während in anderen ein Überangebot an Arbeitskräften besteht. Zum Beispiel in den Bereichen Reinigung, Hygiene und Körperpflege - es gibt zu viele Friseure, Hausmeister oder Kosmetikerinnen auf dem Markt, und die Konkurrenz zwischen diesen Berufen ist am grössten. Auch im Gastgewerbe, im Handel und in der Verwaltung ist es schwieriger, einen Arbeitgeber als einen Arbeitnehmer zu finden. Inzwischen hat sich der Bausektor gewandelt, in dem die Zahl der Arbeitsuchenden zurückgegangen ist und gleichzeitig die Zahl der Anzeigen für Arbeitnehmer gestiegen ist.

Gründe für Fachkräftemangel

Warum fehlen in einigen Branchen Mitarbeiter? Adecco nennt verschiedene Faktoren, wie eine niedrige Arbeitslosenquote in Verbindung mit einer starken Wirtschaft, insbesondere in der Ostschweiz. Während Unternehmen in peripheren Städten Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden, wählen sie andere attraktivere Regionen - Genf oder Zürich (auch die beliebtesten Ziele für Grenzgänger).

Arbeitsvisa für Nicht-EU-Bürger

Die Lösung vieler Unternehmen für den Mangel an Arbeitskräften besteht darin, ausländische Arbeitskräfte zu finden - diese ziehen entweder in die Schweiz, um zu arbeiten, oder pendeln täglich aus dem Ausland und werden so Grenzgänger. In erster Linie benötigen die Mitarbeitenden ein Arbeitsvisum, um in der Schweiz einen legalen Arbeitsplatz zu haben. Die Schweiz wird im nächsten Jahr 8.500 Arbeitsvisa für Nicht-EU-Bürger ausstellen. Dies entspricht der Anzahl der Genehmigungen von 2019. Zusätzlich werden 3.500 Arbeitnehmer im Rahmen des No-Deal-Brexit willkommen geheissen. Schweizer Unternehmen können bis zu 4.500 Mitarbeiter aus Drittstaaten für mindestens ein Jahr im Rahmen der Erteilung von B-Genehmigungen einstellen. Während 4.000 L-Genehmigungen für diejenigen, die kurzfristige Verträge suchen, ausgestellt werden (Verträge zwischen drei und zwölf Monaten). Wenn Grossbritannien die Europäische Union verlässt, wird die Schweiz zusätzlich 2.100 B-Genehmigungen und 1.400 L-Genehmigungen für britische Arbeitnehmer ausstellen.

Das diskutierte Thema

Die Frage der Anzahl der Arbeitsvisa für Ausländer aus Nicht-EU-Ländern ist in der Schweiz lange Zeit der Diskussionspunkt geblieben. Nach dem Referendum von 2014 wurde die Anzahl der Genehmigungen auf 6.500 reduziert, was jedoch zu Protesten von drei Kantonen geführt hat, in denen es viele ausländische Unternehmen gibt. Infolgedessen stieg die Zahl der Genehmigungen auf 8.500 pro Jahr.

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