
Euro fällt, Franken im Aufwind vor dem „Super-Donnerstag“ der EZB
April 17, 2025Schweizer Franken bleibt Zufluchtswährung
Zunehmende Handelskonflikte und wachsende globale Konjunktursorgen halten die Nachfrage nach sicheren Häfen hoch. Dies hat den Schweizer Franken seit Anfang April um fast 8 % gegenüber dem US-Dollar steigen lassen. Am Mittwoch lag der Kurs des Dollars bei rund CHF 0.817 – nahe der Marke von 0.81, die seit einem Jahrzehnt nicht mehr erreicht wurde. Die Stärke des Frankens unterstreicht seine Rolle als Barometer für das globale Risikosentiment und stellt Schweizer Exporteure vor neue Herausforderungen.
US-Dollar bleibt trotz Zinsunterstützung schwach
Der US-Dollar entkoppelt sich zunehmend von den steigenden Renditen amerikanischer Staatsanleihen, da Unsicherheit über Präsident Trumps wechselhafte Zollpolitik herrscht. Widersprüchliche Signale – einschließlich der Androhung von 200 % Zöllen auf europäischen Wein, Cognac und andere Produkte – haben das Vertrauen in die US-Konjunkturperspektiven geschwächt. Gegenüber dem Yen erholte sich der Dollar auf 142,6, nachdem er kurzzeitig ein Siebenmonatstief erreicht hatte, während der Dollar-Index bei etwa 99,6 lag und auf einen vierten Wochenverlust in Folge zusteuerte.
Bewegungen an den Devisenmärkten
• EUR/USD: Unterstützung bei 1,1280; Widerstand nahe dem Hoch von letzter Woche bei 1,1470
• USD/CHF: Ein nachhaltiger Rückgang unter 0,81 könnte den Weg zu 0,79 öffnen; Widerstand bei 0,83
• GBP/USD: Schwache britische Inflationsdaten begrenzten das Pfund bei 1,32 USD
• AUD & NZD: Rohstoffgebundene Währungen bleiben wegen Zollängsten unter Druck, trotz positiver australischer Arbeitsmarktdaten
Ausblick
Mit der EZB-Entscheidung, den laufenden US-EU-Handelsgesprächen und dem langen Osterwochenende rechnen Händler mit erhöhter Volatilität an den Devisenmärkten. Der Schweizer Franken bleibt ein wichtiger Indikator für die globale Risikoneigung, während der weitere Kurs des Euro stark vom Ton der EZB nach dem Treffen abhängt.
