
Dollar steuert aufgrund ungewisser Wirtschaftsdaten auf Wochenverlust zu; Schweizer Franken Wechselkurs erreicht Höchststand 0.918681 zum Euro
November 14, 2025Händler haben angesichts der Unsicherheit den US-Dollar verkauft. Nach dem rekordverdächtigen 43-tägigen Shutdown könnten wichtige Veröffentlichungen wie der Arbeitsmarktbericht für Oktober und Teile der Inflationsdaten verspätet erscheinen oder ganz ausfallen. Dies würde der Federal Reserve ein verschwommenes Bild der Wirtschaftslage vermitteln. Ein Stratege formulierte es so: Wenn die Märkte in einem Datennebel gefangen sind, neigen sie eher dazu, Zinssenkungen zu verlangsamen als zu beschleunigen.
Diese Vorsicht spiegelt sich in den Preisen wider. Fed-Vertreter haben in den letzten Tagen einen restriktiveren Ton angeschlagen und die anhaltend hohe Inflation sowie den weiterhin robusten Arbeitsmarkt betont. Futures werten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember nun auf knapp über 50 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber deutlich über 90 Prozent vor einem Monat. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung im Januar ist nahezu vollständig eingepreist, während sich die Erwartungen für 2026 kaum verändert haben.
Der schwächere Dollar hat es dem Euro ermöglicht, seine jüngsten Gewinne auszubauen. EUR/USD notierte um 1,1640, nachdem es Anfang der Woche ein Zweiwochenhoch über 1,16 erreicht hatte. Damit dürfte die Gemeinschaftswährung in den letzten fünf Handelstagen einen leichten Anstieg verzeichnen, da Anleger US-Anlagen meiden.
Für Händler des Schweizer Frankens ist die Lage noch deutlicher. Der Franken notiert nahe einem Dreiwochenhoch gegenüber dem Dollar. USD/CHF bewegt sich um die 0,79, nachdem er am Donnerstag kurzzeitig auf fast 0,7950 gefallen war, als der Dollar-Index von über 100 auf 99 zurückging.
Auch gegenüber dem Euro zeigt sich der Franken stark. EUR/CHF notiert um 0,92 und damit nahe dem Jahrestief des Euro. Das bedeutet, dass man für einen Euro deutlich weniger Franken erhält als im Frühjahr. Jüngste Daten zeigen, dass das Währungspaar von über 0,93 Anfang November auf aktuell rund 0,922 gefallen ist, was die anhaltende Nachfrage nach dem Franken unterstreicht.
Hinter dieser Stärke steht ein sehr stabiles wirtschaftspolitisches Umfeld in der Schweiz. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins bei 0 Prozent belassen, erwartet eine Inflation im unteren Bereich ihres Zielkorridors von 0 bis 2 Prozent und erwägt laut jüngsten Protokollen und öffentlichen Äußerungen keine Rückkehr zu Negativzinsen, sofern die Wirtschaft nicht von einem schweren Schock getroffen wird. Angesichts der niedrigen Inflation und der zwar beobachteten, aber eingedämmten Zollrisiken kann die SNB geduldig bleiben, während der Franken weiterhin von Kapitalzuflüssen in sichere Häfen profitiert. Für EUR/CHF und USD/CHF bedeutet dies, dass die kurzfristigen Kursbewegungen voraussichtlich weniger von einer Änderung in Bern abhängen werden, sondern vielmehr davon, wie positiv oder negativ die kommenden US-Konjunkturdaten ausfallen, sobald sich die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Shutdown gelegt hat.
