
Dollar findet Halt dank Handels-Hoffnungen – doch der Franken bleibt stark
April 25, 2025Zoll-Schlagzeilen treiben Kursschwankungen
Die Devisenmärkte zeigten sich diese Woche äußerst volatil: Präsident Trump signalisierte am Dienstag eine Deeskalation, anschließend baten chinesische Behörden Unternehmen, Produkte für potenzielle Zollbefreiungen zu benennen – betonten aber gleichzeitig, dass keine formellen Gespräche stattgefunden hätten. Bis zum Wochenschluss legte der Dollar-Index um 0,07 % zu und machte damit einen Teil des 4 % Verlusts im April wett, blieb aber deutlich unter dem Niveau vor dem „Tag der Befreiung“.
Sicherer-Hafen-Paarung: Dollar vs. Schweizer Franken
Obwohl der US-Dollar gegenüber dem Franken um 0,09 % auf CHF 0,827 zulegte, bleibt der Schweizer Franken nahe seiner Höchststände der letzten zehn Jahre. Dies unterstreicht seine Rolle als führende Fluchtwährung in Krisenzeiten. Viele Anleger halten weiterhin große CHF-Positionen – Ausdruck anhaltender Unsicherheit im globalen Handelsumfeld und Zweifel daran, dass Zolllockerungen zu nachhaltigem US-Wachstum führen werden.
Bewegungen im G10-Währungsraum
USD/JPY: Erholte sich um 0,67 % auf 143,56, da die Aussicht auf stabile BOJ-Zinsen und ruhigere Handelssignale die Yen-Nachfrage dämpften.
EUR/USD: Fiel um 0,11 % auf 1,1377 $, kaum beeinflusst durch stabile Daten aus der Eurozone.
GBP/USD: Gab auf 1,3325 $ nach – trotz positiver Einzelhandelszahlen aus Großbritannien – und folgte damit dem allgemeinen Trend der Dollar-Stärke.
Warum die Dollar-Erholung nur vorübergehend sein könnte
Strategen warnen, dass selbst teilweise Zollrücknahmen das bereits einsetzende Wachstumshemmnis in den USA nicht verhindern können. Derek Halpenny von MUFG warnt, dass erhöhte Marktvolatilität und schwächere Aktienmärkte den Anstieg des Dollar/Yen begrenzen könnten. Jan Hatzius von Goldman Sachs merkt an, dass ausländische Investoren nach wie vor zögern, ihr Engagement in den USA auszubauen – ein Belastungsfaktor, der den Dollar gegenüber sicheren Häfen wie dem Franken unter Druck halten könnte.
Ausblick: Zentralbanken im Fokus
BOJ (1. Mai): Es wird allgemein erwartet, dass die Bank die Zinsen beibehält; Gouverneur Ueda dürfte sich vor möglichen Straffungen auf die Auswirkungen der Zölle konzentrieren.
SNB (Juni): Ein starker Franken und eine Inflation unter 1 % sprechen für eine längere Zinspause – wenngleich der Markt geringe Chancen für eine weitere Senkung um 25 Basispunkte einpreist, sollte das Deflationsrisiko steigen.
Fed (Ende Mai): Anleger rechnen weiterhin mit einer möglichen „Versicherungssenkung“, falls sich der Handelsoptimismus wieder verflüchtigt.
Fazit
Während Anzeichen einer Zoll-Annäherung zwischen den USA und China dem Dollar eine kurze Atempause verschaffen, bleibt die Stärke des Schweizer Frankens ein klares Signal für anhaltende Marktvorsicht – was nahelegt, dass Kapitalflüsse in sichere Häfen bei der nächsten Eskalation rasch wieder zunehmen könnten.
