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Dollar fällt auf Fed-Senkungswetten, während der Schweizer Franken gegenüber Euro und USD zulegt

August 28, 2025

Fed-Signale und Politik: Doppelschlag für den Greenback

Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, erinnerte die Märkte daran, dass „jede Sitzung live“ sei – ein Signal, das Händler als Türöffner für Lockerungen interpretierten. Terminmärkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 89 % für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der September-Sitzung ein sowie insgesamt ca. 55 Basispunkte bis Jahresende. Gleichzeitig befeuerte der politische Druck auf die Fed – einschließlich Bestrebungen, Gouverneurin Lisa Cook zu ersetzen – Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank. Diese Narrative belasten den Dollar und stützen die Nachfrage nach dem Franken.

EUR/CHF: Bedeutung für Euro-Empfänger und Schweizer Exporteure

Für Euro-Einkünfte, die in Franken gewechselt werden (oder für Schweizer Löhne, die in Euro ausgezahlt werden), ist der Kursverlauf von EUR/CHF entscheidend. Da der Dollar schwächelt und die Renditen am kurzen Ende der US-Kurve sinken, unterstützen risikoaverse Kapitalflüsse den Franken. Sollte die allgemeine Risikostimmung kippen, könnte EUR/CHF tiefer tendieren – vorteilhaft für Frankenhalter, die Geld in den Euroraum senden, jedoch belastend für Exporteure, die in Euro fakturieren.

USD/CHF: Sichere-Hafen-Nachfrage vs. Politikdivergenz

Obwohl der Dollar-Index weitgehend stabil bei 98,15 blieb, blieb die Nachfrage nach dem Franken robust, da die zweijährigen US-Staatsanleiherenditen auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai fielen. Eine bestätigte Wende der Fed würde Aufwärtsbewegungen bei USD/CHF begrenzen; umgekehrt könnte ein unerwartet starker Inflations- oder Arbeitsmarktbericht eine Short-Eindeckungsrally auslösen. Vorerst bleibt die Sicherheitsprämie des Frankens intakt.

Europas politisches Rauschen vs. CHF-Einfluss

Auch wenn die französische Politik Schlagzeilen machte – Paris rief überraschend eine Vertrauensabstimmung aus –, blieb der Rückgang des Euro gegenüber dem Franken begrenzt. Für EUR/CHF sind kurzfristig die Fed-getriebenen Dollarbewegungen und die allgemeine Risikostimmung wichtiger als isolierte europäische Themen.

Wichtige Daten im Fokus: PCE und Arbeitsmarkt

Zwei Veröffentlichungen könnten die Markterzählung neu prägen:

PCE-Inflation (Fr.) – wichtigster Inflationsindikator der Fed; ein schwächerer Wert stärkt Zinssenkungserwartungen (CHF-unterstützend).

US-Arbeitsmarktdaten (nächste Woche) – ein schwächerer Arbeitsmarkt würde den Lockerungspfad bestätigen, den Dollar belasten und den Franken stützen.

Praktische Implikationen

Löhne & Überweisungen (CHF-EUR): Gestaffelte Umwandlungen in Betracht ziehen; Rücksetzer bei EUR/CHF können Euro-Einnahmen erhöhen.

Unternehmen mit EUR-Exponierung: Absicherung gegen EUR/CHF-Abwärtsrisiken prüfen, da sichere-Hafen-Flüsse schnell zurückkehren können.

Investoren: Mit höherer FX-Volatilität rund um US-Daten und Fed-Kommentare rechnen; enge Stopps bei CHF-Paaren setzen.

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