
Dollar erholt sich dank US-EU-Zolltruce, doch der Franken übertrifft weiterhin den Euro
July 28, 2025Reaktion des Franken: Flucht-in-sichere-Häfen lässt nach, aber CHF bleibt gegenüber Euro stark
Der USD/CHF stieg um 0,8 % auf 0,8015 – der größte Tagesgewinn seit Ende Mai –, da Händler einen Teil ihrer Absicherung im Franken auflösten. Dennoch bleibt der EUR/CHF-Kurs nahe bei 0,93 und bewahrt so den Großteil der Frankenaufwertung gegenüber dem Euro im Jahr 2025. Für grenzüberschreitende Gehälter, die in Euro umgerechnet werden, bleibt das historisch vorteilhaft.
Euro beendet Gewinnserie
Nach einem frühen Anstieg in Asien fiel der Euro um 0,8 % auf 1,164 USD – der stärkste Tagesrückgang seit sechs Wochen. Anleger hinterfragen nun, ob das nachlassende Zollrisiko nicht eher dem Dollar zugutekommt – insbesondere wenn US-Großkonzerne mit ihren Quartalszahlen frisches Kapital an die Wall Street ziehen.
Yen hinkt hinterher, da die BOJ Kurs hält
Der Dollar legte gegenüber dem Yen um 0,3 % auf 148,12 zu, während der Franken vorübergehend ein Rekordhoch gegenüber dem JPY erreichte, bevor er leicht zurückfiel. Da die Bank of Japan diese Woche voraussichtlich die Zinsen unverändert lässt, bleibt der Zinsvorteil des Dollars bestehen – Händler achten jedoch auf Hinweise von Gouverneur Ueda, ob eine langsamere Straffung bevorsteht.
Marktstimmung: Von „Scheidung“ zu „Ehetherapie“
Macquarie-Stratege Thierry Wizman scherzte, Washington und seine Verbündeten bewegten sich von „Scheidungsverfahren“ zu „Ehetherapie“. Dieser Stimmungsumschwung stärke den Dollar, da er das Vertrauen in die US-Diplomatie wiederherstelle. Langfristig prognostiziert UBS Wealth jedoch eine Schwäche des Greenback, da Haushaltsdefizite und politische Unsicherheit dessen Prämie untergraben.
Was Franken-Verdiener mit Euro-Auszahlung beachten sollten:
• Eine Dollarstärke drückt oft den Euro gegenüber dem Franken – fällt der EUR/USD in Richtung 1,15, könnte EUR/CHF unter 0,925 rutschen und die in Euro umgerechneten Schweizer Löhne erhöhen.
• Die Zinspolitik von Fed und SNB ist aktuell weniger entscheidend als Zollnachrichten – neue Handelsspannungen könnten den Franken erneut stärken.
• Starke Quartalszahlen von US-Tech-Konzernen könnten Kapitalflüsse in den Dollar lenken – was Franken-Gewinne gegenüber USD begrenzt, aber nicht zwingend gegenüber dem Euro.
