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Die SNB gibt LIBOR auf und hält an ihrer Geldpolitik fest

Die SNB gibt LIBOR auf und hält an ihrer Geldpolitik fest

14 June 2019

Die Schweizerische Nationalbank kündigte an, den LIBOR zu streichen, und führt einen neuen Leitzins ein. Gleichzeitig verpflichtet sie sich, die expansive Geldpolitik beizubehalten, vor allem wegen einem immer noch sehr hoch bewerteten Schweizer Franken. Die Reaktion der Märkte war eine weitere Stärkung des Franken Wechselkurses.

LIBOR wird ersetzt

Die Schweizerische Nationalbank hat sich entschieden den LIBOR in Zukunft nicht weiter als Leitzins zu verwenden, nachdem der Manipulationsskandal die Glaubwürdigkeit dieser Benchmark in den Schatten gestellt hatte. Der Libor wird in der Schweiz seit mehr als 20 Jahren verwendet, aber seit einiger Zeit arbeiten die politischen Entscheidungsträger daran, ihn zu ersetzen. Offiziell wird der Einsatz von LIBOR im Jahr 2021 eingestellt. Der LIBOR in Schweizer Franken wurde als Kurs für Finanzprodukte im Wert von 6,5 Billionen Franken und für die Preisgestaltung von rund 80% der Bankdarlehen verwendet. Die Umstellung auf einen neuen Zinssatz stellt den Finanzmarkt daher vor grosse Herausforderungen.

Neuer Leitzins

Zusammen mit den Herausforderungen ergeben sich jedoch einige Vorteile, auf die sich die SNB verlässt. Der neu eingeführte Leitzins der SNB wird sich auf die kurzfristigen Zinssätze am Geldmarkt konzentrieren, die anhand des transaktionsbasierten SARON (Swiss Average Rate Overnight) gemessen werden können. SARON wird seit einem Jahrzehnt eingesetzt und von SIX, dem Betreiber der Börse, verwaltet. Nun soll SARON nahe an den von der SNB angekündigten Kursen liegen. Da der neue Kurs auf verbindlichen Quotes und Trades basiert, wird das Marktsegment jetzt liquider und breiter. Die SNB setzt auf eine rasche und reibungslose Integration von SARON in die Finanzprodukte, wodurch der Wechsel vom LIBOR einfacher und unproblematischer wird. Die Zentralbank betont auch, dass die Verantwortung für die Vorbereitung auf die Post-Libor-Ära bei den Marktteilnehmern liegt, die verbleibende Übergangsprozesse systematisch abschliessen sollten.

Expanisve Geldpolitik bleibt

Gleichzeitig kündigte die Nationalbank an, an der extrem lockeren Geldpolitik festzuhalten, die die Beibehaltung sehr niedriger Zinssätze und fehlender Interventionen umfasst, auch wenn der CHF sehr hoch bewertet ist. Der Präsident der SNB, Thomas Jordan, scheint anzuerkennen, dass der Schweizer Franken in den letzten Tagen noch etwas stärker war, bezeichnet ihn aber immer noch als hoch bewertet, anstatt die Beschreibung überbewertet zu verwenden. In der Zwischenzeit tendieren Anleger dazu, einen sicheren Hafen in Schweizer Franken aufzusuchen - sie kaufen Schweizer Franken, da die Weltwirtschaft unter anderem durch Handelskriege der USA bedroht wird. Während andere Zentralbanken ihre Währungen zu stärken versuchen, stellt Jordan fest, dass die weltwirtschaftlichen Risiken gewaltige Besorgnis erregen und ausgeprägter sind als bei der vorherigen Bewertung der Geldpolitik der SNB, aber weiterhin die lockere Geldpolitik rechtfertigen. Präsident Thomas Jordan glaubt, dass die SNB im Falle von Schocksituationen auf dem Markt noch Raum hat, um zu reagieren.

Reaktion des Marktes

Der Devisenmarkt reagierte mit einer Aufwertung des Schweizer Frankens. Gegenüber dem Euro stieg der Franken Wechselkurs um 0,2 Prozent auf 1,12127 Euro. Anfang Juni erreichte der Franken mit 1.11178 Euro den tiefsten Euro Franken Kurs seit zwei Jahren.

Neue Inflationsprognosen

Die Ersetzung des LIBOR ab 2021 hat Auswirkungen auf die Dreijahresprognose, da die mittelfristigen Wirtschaftsaussichten nach Wunsch der SNB auf einem einheitlichen Zinssatz beruhen sollen. Die SNB hat die Inflationsprognose für die Jahre 2019 und 2020 angehoben und für das Jahr 2021 ein wenig auf 1,1% gesenkt. Die Dreijahresprognose zeigt, dass die Inflation immer unter 2% liegen sollte.

Grenzgänger in der Schweiz

Die Entscheidungen der Schweizer Nationalbank haben indirekt grossen Einfluss auf hunderttausende Grenzgänger in der Schweiz. Jede Entscheidung der Nationalbank kann den Wechselkurs Franken zum Euro entscheidend beeinflussen, auch wenn die Entscheidungen of antizipiert werden. Eine Erhöhung der Zinssätze würde dazu führen, dass es sich für Anleger mehr lohnt Kapital in Schweizer Franken zu halten und sie würden deswegen Währungen wie Euro verkaufen und Franken kaufen. Der EUR CHF Wechselkurs würde aufgrund des stärkeren Frankens fallen. Für Grenzgänger wäre damit ein günstiger Euro Franken Kurs in Aussicht gestellt.

Unabhängig vom Euro Franken Kursverlauf ist es wichtig beim Geldwechsel Euro Franken den besten Wechselkurs finden. Benutzen Sie dafür unseren Euro Franken Währungsrechner und finden Sie besten Eurokurs in der Schweiz.

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