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Deckung der Corona-Schulden durch SNB-Überschuss?

Deckung der Corona-Schulden durch SNB-Überschuss?

30 April 2020

Der Schweizer Finanzminister fordert die SNB auf, ihr überschüssiges Bargeld zur Deckung der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Schulden zu verwenden.

Schuldenabbau

Der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer sagte, dass die durch die bevorstehende Rezession verursachten Schulden des Landes mit dem überschüssigen Bargeld der Schweizerischen Nationalbank reduziert werden sollten. Er teilte diese Gedanken am Mittwoch mit der Schweizer Zeitung Neue Zürcher Zeitung: „Ich schlage vor, dass die Schweizerische Nationalbank das Geld aus einem jährlichen Überschuss ausgibt, um die Schulden im Zusammenhang mit Coronaviren zu reduzieren.“ In diesem Jahr dürfte die Neuverschuldung des Landes zwischen 30 und 50 Milliarden Franken liegen, wie Maurer kürzlich prognostiziert hat. Die Staatsverschuldung wird aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation, die durch die durch das Coronavirus im Land verhängte Sperrung verursacht wird, sowie des riesigen Finanzhilfepakets, das die Bundesregierung versprochen hat, um Unternehmen und Arbeitnehmern in Schwierigkeiten zu helfen, steigen. Laut Schweizer Finanzminister wird es nicht einfach sein, Schulden ohne drastische Kostensenkungen in einer langfristigen Perspektive von wenigen Jahren schnell abzubauen. Selbst ein Schuldenbremsmechanismus wird nicht ausreichen.

SNB-Bargeldüberschuss

Die SNB erzielte 2019 einen Jahresgewinn von 48,9 Mrd. CHF (pro aktuellem Wechselkurs - rund 50,2 Mrd. USD). Gewinne wurden hauptsächlich aus ausländischen Anleihen erzielt, Aktienkäufe, die darauf abzielten, den Wechselkurs Schweizer Franken weniger überbewertet zu machen. Ein starker CHF schadet der Wirtschaft und der Inflation, daher ist das Hauptziel der SNB, sie billiger zu machen. Im Rahmen eines Abkommens mit dem Finanzministerium zahlte die SNB der Bundesregierung und allen 26 Kantonen CHF 4 Milliarden.

Teures Hilfspaket

Nach dem Ausbruch der Pandemie in der Schweiz wurden harte Maßnahmen verhängt, die vielen Unternehmen schaden. Die Regierung schlug ein Hilfspaket vor, das zunächst insgesamt 62 Mrd. CHF kostete. Später, am 3. April, wurde der für Notkredite festgelegte Betrag auf 40 Mrd. CHF verdoppelt. Zusätzliche Darlehen für die Gründung wurden aufgenommen, die das Land CHF 154 Millionen kosten werden. Unternehmen, die aufgrund der Pandemie Probleme haben, können die Zahlungen der Sozialversicherung vorübergehend aufschieben, auch Selbstständige. Diese Unternehmen, die von einer Insolvenz bedroht sind, können die Erklärung ihrer finanziellen Probleme vor Gericht für die nächsten drei Monate verzögern, während kleine Unternehmen drei Monate Zeit haben, um ihre Schulden zu begleichen. Die Schweiz plant, die Einführung von Kurzarbeit bei vielen Unternehmen zu finanzieren.

Schlimmste Situation seit 45 Jahren

Aufgrund des Coronavirus hat die Schweizer Regierung ihre Wirtschaftsprognose revidiert und rechnet nun mit dem schlimmsten Einbruch seit 45 Jahren. Am 16. März wurden viele Geschäfte geschlossen - Bars, Restaurants, kulturelle Räume, Sportanlagen. Die Schweiz ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Derzeit gibt es über 28.000 Fälle mit 1.600 Todesfällen. Kantone, die der Grenze zu Italien am nächsten liegen, dem Land mit der schlimmsten Pandemie in Europa, wie das Tessin, waren am stärksten vom Coronavirus betroffen. Im Tessin reisen täglich viele Grenzgänger aus Italien. Andere mit einer schlechten Situation sind Waadt, Wallis und Genf.

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