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Darum sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz so hoch

Darum sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz so hoch

12 July 2021

Drei Schweizer Städte, Zürich, Genf und Bern, werden laufend zu den teuersten Wohnorten der Welt gezählt. Was sind die Gründe dafür?

 

Drei Städte unter den Top 10

Dass die Schweiz ein teures Land ist, ist seit langem bekannt. Jedes Jahr landen Schweizer Grossstädte in den Top 10 der teuersten Städte der Welt. Die Lebenshaltungskosten sind so hoch, dass viele sich dafür entscheiden, im Ausland zu leben und nur in der Schweiz zu arbeiten –Grenzgänger profitieren von niedrigeren Lebenshaltungskosten in Frankreich, Deutschland, Italien und hohen Löhnen in der Schweiz. Bei den Top 20 der teuersten Städtelisten der Welt von Mercer lag Zürich kürzlich auf dem fünften Platz – hinter Ashgabat, Hongkong, Beirut, Tokio – Genf auf den acht, nur Shanghai und Singapur dazwischen, und Bern auf dem zehnten Platz kurz danach Peking. Die Schweiz ist das einzige Land mit drei Städten in den Top 10 und die einzige europäische. Mercer konzentrierte sich bei der Erstellung des Rankings auf internationale Mitarbeiter, expats. „Die Rankings zeigen, wie sich Währungsschwankungen und Preisverschiebungen bei Waren und Dienstleistungen auf die Kaufkraft der ausländischen Mitarbeiter auswirken können“, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens bei der Veröffentlichung der Daten. Das Ranking berücksichtigte 209 Städte auf der ganzen Welt und die komparativen Kosten von mehr als 200 Artikeln wie Essen, Transport und Unterkunft. In vielen anderen ähnlichen Rankings landen Schweizer Städte an der Spitze. Warum ist die Schweiz so teuer?

 

Hohe Preise bei aktuellem Eurokurs

Die Preise in den Schweizer Grossstädten und im ganzen Land sind in der Tat sehr hoch. Betrachtet man Europa, so haben nur Norwegen und Island eine ähnliche Situation. Studien belegen, dass für einen Warenkorb mit Konsumgütern in der Schweiz 168 Franken im Vergleich zu durchschnittlich 100 Euro in der Europäischen Union bezahlt werden – nach aktuellem Eurokurs sind 100 Euro umgerechnet 109,43 Franken. Besonders hohe Preise gibt es neben den Waren für Wohnen, öffentliche Verkehrsmittel, jährliche Krankenversicherungen. Die hier lebenden Menschen sind an diese Preise gewöhnt – und sie haben auch entsprechend hohe Gehälter –, aber für viele Grenzgänger, Touristen oder Geschäftsreisende sind sie schockierend.

 

Gründe für hohe Lebenshaltungskosten

Warum ist die Schweiz so teuer? Ein von Experten häufig angeführter Grund ist mangelnder Wettbewerb und Handelsprotektionismus. Letzteres ist eine Politik, die heimische Industrien vor ausländischer Konkurrenz schützt, also tatsächlich einen Mangel an Wettbewerb im Land auslöst. Einige Schweizer Produkte haben keine ausländischen Konkurrenten, die ihre Preise senken würden. Zudem nutzen ausländische Lieferanten und Produzenten die hohen Löhne und Kaufkraft der Schweiz aus, indem sie höhere Waren- und Warenpreise einsetzen. Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz ergab, dass Schweizer Käufer für ihre Einkäufe mehr als drei Milliarden Franken zu viel bezahlen. Kein Wunder, dass viele Menschen im Ausland einkaufen gehen, nach Frankreich, Deutschland und Italien. Zudem sind E-Commerce-Waren und -Produkte in der Schweiz teurer als in anderen Ländern. Auch wenn Leute im Ausland einkaufen wollen, werden sie oft auf die Schweizer Seite weitergeleitet, wo die Preise höher sind. Zudem ist in Zürich und Genf Wohnraum aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte sehr teuer. Dies treibt die Grundstücks- und Immobilienpreise in die Höhe.

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